
Die SLcam® ist eine „Röntgen-Farb-Kamera“. Sie gestattet die Kombination von hoher örtlicher und energetischer Auflösung der in einem Objekt generierten Röntgenfluoreszenzstrahlung, die bei der Bestrahlung von Materie mit Röntgenlicht entsteht. Die Bezeichnung „Röntgen-Farb-Kamera“ beschreibt anschaulich, dass dieses Gerät ortsaufgelöst simultan unterschiedliche Wellenlängen (Energien) registrieren kann. Im sichtbaren Bereich entsprechen unterschiedliche Wellenlängen verschiedenen Farben, das Röntgenlicht ist jedoch für das menschliche Auge unsichtbar. Deshalb werden die Röntgenlicht-Wellenlängen farblich als anschauliches Bild dargestellt, wobei diese Farben dann den charakteristischen Röntgenfluoreszenzlinien der verschiedenen Elemente entsprechen. Aus einer solchen Darstellung erhält man somit einen Überblick über die Elementverteilung in den Proben. Vergleichbar mit dem Übergang von schwarz-weiß Bildern zu Farbbildern ermöglicht die ortsaufgelöste quantitative Messung der Elementverteilung einer Probe mit nur einer Aufnahme einen neuen Blick auf die röntgenanalytischen Verfahren.
Eine neue Generation von CCD’s, sogenannte pnCCD’s, kann in jedem Pixel ein Spektrum registrieren. Diese CCD wird mit speziellen, auswechselbaren Röntgenkapillaroptiken kombiniert, die die emittierten Röntgenquanten der Probe auf die Pixel abbilden. So ist es möglich, gleichzeitig energie- und ortsaufgelöst eine Probe röntgenanalytisch zu erfassen. Durch die gleichzeitige Vermessung der gesamten Probe und on-line Darstellung von auswählbaren Elementverteilungen reichen wenige Minuten, um einen Überblick zu gewinnen. Insbesondere für qualitative Untersuchungen ist ein deutlicher Zeitgewinn durch den Einsatz der Kamera gegeben. Das kompakte Design ermöglicht einen schnellen Aufbau ohne aufwendige Justage. Als „stand alone“ Kamera kann die SLcam® für unterschiedliche experimentelle Geometrien genutzt und in bestehende Versuchsaufbauten integriert werden.
Die SLcam® misst simultan 69696 Spektren über einer Fläche von (12x12) mm2. Die energetische Auflösung ist vergleichbar mit herkömmlichen Silizium Drift Detektoren (<160 eV für die Manganlinie). Durch entsprechende Polykapillaroptiken kann eine vergrößerte Abbildung erreicht werden. Bisher ist eine Ortsauflösung von 8 µm möglich.


